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Change-Management in Unternehmen: wie Menschen Veränderung erfolgreich gestalten.

  • Autorenbild: Karin Schöller
    Karin Schöller
  • 4. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Dez. 2025


Unternehmen investieren zunehmend in Technologie, Prozesse und Effizienz – doch nachhaltige Entwicklung entsteht nicht allein durch digitale Tools oder schlanke Abläufe. Sie entsteht dort, wo Menschen – Führungskräfte, Mitarbeitende, Teams – verstehen, sich engagieren und mitgestalten. Besonders in technisch geprägten Branchen, in denen Struktur und Effizienz dominieren, braucht es eine Brücke zwischen Struktur und Menschlichkeit, zwischen Zahlen und Emotionen. Dieser Beitrag lädt dazu ein, innezuhalten, eigene Unternehmensprozesse kritisch zu reflektieren und den Faktor Mensch wieder in den Mittelpunkt zu rücken.


Der Irrtum vieler Organisationen

Viele Unternehmen glauben: Wenn wir die richtige Technologie einführen, die Prozesse optimieren, dann läuft Veränderung automatisch. Doch Studien zeigen: Change‑Initiativen scheitern nicht primär an Technik oder Strategie, sondern an mangelnder Einbindung und Akzeptanz der Menschen. So wird die oft zitierte Erfolgsquote von Veränderungsprogrammen mit etwa 70 % Misserfolg angegeben [PubMed]. Wenn Mitarbeitende nicht verstehen, warum eine Veränderung geschieht, oder nicht mitgenommen werden, bleibt die Umsetzung oberflächlich – Prozesse existieren auf dem Papier, aber nicht in der gelebten Kultur.

Eine aktuelle Studie von Gallup zeigt: Im Jahr 2024 liegt der Anteil der global engagierten Mitarbeitenden bei nur 21 % – das ist ein Rückgang von zwei Prozentpunkten [Gallup.com]. Wenn so wenige Menschen emotional und kognitiv eingebunden sind, sind selbst die besten Prozesse gefährdet. Technik allein schafft keine Motivation, keine Sinn‑Erfahrung und keine nachhaltige Kultur.


Mitarbeiterin bringt sich ins Unternehmen ein
Der Mensch als Schlüssel

Wenn der Mensch zentral wird, ändert sich das Bild:

  • Mitarbeitende werden nicht nur "Befehlsempfänger", sondern Gestaltende.

  • Führung heißt nicht mehr nur "auf Ziele schauen", sondern "Menschen begleiten".

  • Kultur wird nicht mehr als Lippenbekenntnis geführt, sondern als lebendige Praxis.


In der Analyse der BCG Henderson Institute heißt es etwa: Bei besonders komplexen Transformationen scheitern bis zu 75 % der Programme darin, langfristig Wert zu erzeugen, weil die menschliche Seite vernachlässigt wurde [BCG Henderson Institute]. In der Praxis bedeutet das:

  • Mitarbeitende brauchen Einbindung in die Zielsetzung & Gestaltung.

  • Führungskräfte brauchen Werkzeuge, um sowohl fachlich als auch menschlich zu führen.

  • Change darf keine Top‑down‑Aktion bleiben, sondern ein partizipativer Prozess werden.

  • Prozesse müssen so gestaltet sein, dass menschliche Bedürfnisse (Sicherheit, Identität, Wachstum) berücksichtigt werden – nicht nur Effizienzziele.


Die Brücke zwischen Struktur und Menschlichkeit

In technisch geprägten Branchen – Produktion, IT, Engineering – liegt der Fokus oft stark auf Kennzahlen, Ablaufdiagrammen und Effizienz. Doch gerade hier entsteht ein Spannungsfeld: Menschen arbeiten mit Menschen, aber oft in Systemen, die wenig Raum für Emotion, Sinn oder Reflexion lassen.


Was bedeutet das konkret?

  • Technologische Innovation trägt nur dann, wenn die Menschen mitgehen.

  • Prozesse sind nur dann wirksam, wenn die Menschen sie verstehen und mittragen.

  • Führung entfaltet nur dann Wirkung, wenn sie nicht nur leitet, sondern auch verbindet.


Ein praktisches Fallbeispiel: Ein Fertigungsunternehmen führte eine neue Automatisierungssoftware ein – mit dem Ziel, Effizienz zu steigern. Die Mitarbeitenden sahen jedoch nur: "Noch mehr Kontrolle, noch schneller arbeiten". Die Einführung stockte. Erst als im Coaching‑Rahmen Teams und Führungskräfte gemeinsam reflektierten, welche Bedeutung Automatisierung für ihre Arbeitsrealität hat, welche Ängste sie haben und wie sie mitgestalten können, gelang ein Durchbruch: Die Software wurde nicht mehr als "Ersetzung", sondern als "Weiterentwicklung meiner Arbeit" verstanden – und die Effizienzsteigerung wurde real.


Führungskraft
Fragen für Führungskräfte
  • Welche Veränderungsprogramme in Ihrem Unternehmen wurden technisch oder prozessorientiert gestartet – und wie wurden die Menschen von Anfang an mitgenommen?

  • Wo gibt es in Ihrem Unternehmen Strukturen, bei denen Effizienz über Beteiligung gestellt wurde? Und mit welchen Folgen?

  • In welchem Maße erleben Ihre Mitarbeitenden, dass sie nicht nur gefordert, sondern auch gemeint sind?

  • Welche Rolle spielt Führung in Ihrem Haus: Nur als Zielgeber oder auch als Verbinder und Begleiter?


Diese Fragen tragen dazu bei, den Blick zu weiten – weg vom Tool hin zum Team, weg vom Prozess hin zur Person, weg von der Technik hin zur Transformation.


Fazit

Change-Management, also nachhaltige Unternehmensentwicklung funktioniert nur mit Menschen, nicht gegen sie. Technologien, Prozesse und Strukturen sind wichtig – aber ihre Kraft entfalten sie erst, wenn die Menschen, die sie umsetzen, verstanden haben, warum sie sinnvoll sind, sie mitgestalten können und sie verändern dürfen. In meiner Arbeit als Business Coach begleite ich Unternehmen genau an dieser Schnittstelle: Ich unterstütze dabei, Menschlichkeit und Struktur zu verbinden, Veränderung so zu gestalten, dass sie getragen wird – und nicht nur geplant. Wenn Sie Lust haben, diesen Weg zu gehen, dann lassen Sie uns gemeinsam Ihre nächste Veränderung so gestalten, dass Menschen bewegen – und nicht umgekehrt.

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